Geschichtliches

 

Der Flakensteg –
ein Stück des alten Erkner

 

Der Flakensteg ist sowohl mit der Ausdehnung der chemischen Industrie in Erkner als auch mit zunehmenden Einwohner- und Touristenzahlen eng verbunden.

 

1916 (also mitten im Ersten Weltkrieg!) als "Weddigensteg" (benannt nach dem damals bekannten U-Boot-Kommandanten Otto Weddigen) von den Rütgers-Werken eingeweiht, erleichterte die Fußgängerbrücke von der Flakenstraße aus den Zugang zum Teerwerk in Bahnhofsnähe und andererseits zu der 1914 am östlichen Fließ-Ufer etablierten Bakelitefabrik (Gebäude jetzt unter Denkmalschutz, teilweise vom Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung - IRS - genutzt).

 

Zugleich konnten Berliner Ausflügler vom Bahnhof her direkt das Restaurant Klosterhof mit Terrasse und Dampferanlegesteg erreichen, wobei allerdings Treppen zu überwinden waren.

 

Beim Flächenbombardement am 8. März 1944 blieb der Übergang unversehrt. Am 21. April 1945 wurde er beim Vordringen der Sowjetarmee von einem deutschen Spezialkommando teilweise versenkt. 1946 erfolgte die notdürftige Instandsetzung des in "Flakensteg" umbenannten Bauwerks.

 

Das spätere Auffüllen der Uferböschung ersetzte die Treppen, was seither auch das Passieren mit Fahrrädern, Kinderwagen und Rollstühlen erleichterte. Der chronische Materialmangel in der DDR erschwerte jedoch die Instandhaltung, z. B. durch neuen Bohlenbelag und Korrosionsschutz. So musste der Steg Ende der 70er Jahre und 1989 für längere Zeit gesperrt werden. Ein Versuch der Teerwerksleitung, Betriebsfremden den Durchgang zu verbieten, scheiterte am massiven Protest engagierter Bürger und Gemeindevertreter.

 

Im Ergebnis einer Brückenhauptprüfung musste der kommunale Flakensteg zwischen Flakenstraße und Julis-Rütgers-Straße überraschend ab 21. Juli 2006 wegen Einsturzgefahr für jegliche Nutzung gesperrt werden. Für eine Woche war zudem die Schiffsdurchfahrt verboten – bis eine Berliner Spezialfirma den Bodenbelag entfernt und eine Notsicherung angebracht hatte.

 

Derweil formierte sich aus Anwohnern und anderen Betroffenen eine Bürgerinitiative, die den drohenden Abriss des Übergangs für Fußgänger und Radfahrer verhindern wollte. Kraft ihrer Argumente und eines Ortstermins entschied die zuständige Behörde in Potsdam kurzfristig, die "Stahlfachwerkbrücke über das Flakenfließ" ab 14. August 2006 in die Denkmal-Liste des Landes Brandenburg aufzunehmen, was ihre historische und städtebauliche Bedeutung unterstrich.

 

In einer Stellungnahme vom 8. August 2006 hat sich der Vorstand des Heimatvereins satzungsgemäß ebenfalls für den Erhalt des Stegs ausgesprochen. Er sei ein Stück des alten Erkner und gehöre zu dem markierten Gerhart-Hauptmann-Literaturpfad.

 

In der Flakenstraße, ursprünglich "Die Reihe" konzentrierten sich im 19. Jahrhundert die Quartiere mehrerer Schifferfamilien.

 

Im Jahr 2009 wurde die marode Stahlfachwerkbrücke an Land gehoben. Die Finanzierung einer denkmalgerechten Sanierung des Flakenstegs stellt bis heute das größte Problem dar. Seit 2006 wurden Fördermöglichkeiten geprüft und Mittel beantragt. Im Februar 2012 wurde ein Fördermittelantrag über das Förderprogramm DSI (Denkmalschutz-Sonderprogramm III) beim Beauftragten für Kultur und Medien eingereicht. Mit Schreiben vom 29.05.2012 des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege wurde der Stadt Erkner mitgeteilt, dass für das Förderobjekt Flakensteg die Vergabe von Bundesmitteln in Höhe von 180.000 Euro vorgesehen ist. Diese Mittel werden allerdings nur fließen, wenn die Stadt Erkner den Nachweis der gesicherten Ko-Finanzierung in Höhe von 180.000 Euro erbringt. Allerdings kann die Stadt in den nächsten Jahren keine Mittel zur Deckung des Eigenanteils für den Flakensteg aufbringen, da laufende Maßnahmen wie

  • der Umbau der Löcknitzschule,
  • der Sportplatz und
  • wichtige Straßenbauvorhaben

noch fertig zu stellen sind.

 

Daraufhin hat sich im Oktober 2012 der "Förderverein Flakensteg e.V." gegründet, um durch Spendensammlungen einen Beitrag zur denkmalgerechten Sanierung des Flakenstegs zu leisten. Sollte dies nicht gelingen, wäre die Brücke dem Verfall preisgegeben. Weil sie unter Denkmalschutz steht, darf an dieser Stelle auch keine andere Brücke errichtet werden.

 

Heinz Schulz/Lothar Eysser

 

Aktuelles

Einladung zur 8. Mitgliederversammlung
am 18.10.2017 um 19:00 Uhr im Kuhstall des Heimatmuseeum

Fachzeitschrift BAUKAMMER Berlin widmet sich dem Flakensteg
>> hier können Sie den ganzen Artikel nachlesen

 

Die Fachzeitschrift [Umrisse] interessiert sich für den Flakensteg

mehr Infos dazu hier >>

1.381 Unterschriften für den Erhalt des Flakenstegs gesammelt
Mehr dazu können Sie hier >> lesen.

 

Brückenbauexperte besichtigt Flakensteg

Prof. Dr. Schlaich , weltweit anerkannter Brückenbau-Experte kam extra nach Erkner um sich ein Bild vom Flakensteg zu machen.

Was er zum Flakensteg sagte, das können Sie hier nachlesen.

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